Das Spiel begann aus Sicht der Broncos denkbar schlecht: Die Swarco Raiders retournierten den Eröffnungskickoff gleich übers ganze Feld zur sofortigen 7:0-Führung für die Gäste. Es sollte ein symbolischer Auftakt sein, war es doch der Kickoff Return der Gäste, der die Bündner im Endspiel noch nachhaltig schaden würde. Die Bündner liessen sich durch den frühen Rückstand aber nicht beeindrucken: Bei ihrem ersten Angriffsspielzug bediente Broncos-Quarterback Conner Manning seinen Running Back Steffen Haenelt für einen grossen Raumgewinn über die Mitte, ein frühes Zeichen, dass die hochmotivierten Broncos dem klaren Favoriten einen Fight auf Augenhöhe zeigen wollten. Am Ende eines abwechslunsgreichen Drives war es letztlich Adrian Sünderhauf, der im Nachfassen einen Pass von Manning zum 7:7-Ausgleich verwertete.

Knappe Schiri-Entscheidungen gegen die Broncos

Der Schweizer Meister hielt auch in der Folge gut mit, auch wenn die Raiders der erwartet starke Gegner waren: Nach einem langen Drive der Österreicher war es aber die Broncos Defense, die ein Ausrufezeichen setzte und mit einem Goaline Stand die Raiders zu einem Field Goal zwang. Zu Beginn des zweiten Viertels kam Calanda beim Spielstand von 10:7 für die Gäste somit zur Chance, die Führung zu übernehmen. Eine höchst umstrittene Szene 25 Yards vor der Endzone sorgte schliesslich wieder für den Wechsel des Ballbesitzes: Broncos-Import Max Gray fing im vierten Versuch einen Pass direkt am First Down, nach längerer Besprechung entschieden sich die Schiedsrichter aber, dass es nicht ganz zum First Down gereicht hatte.
Die Raiders konnten davon aber nicht profitieren, die Broncos blockten nach einem langen Drive den Field-Goal-Versuch der Raiders zum grossen Jubel der 1525 Zuschauer kurz vor der Pause. Die hochdramatische Schlussphase vor der Pause war damit aber noch nicht zu Ende: In wenigen Sekunden arbeiteten sich die Bündner zielstrebig nach vorne und skorten durch einen wunderbaren Touchdown-Pass – erneut bediente Manning Adrian Sünderhauf – zur ersten Führung für die Broncos (14:10). Auch die Raiders wollten unbedingt noch vor der Pause ihren ersten Offensiv-Touchdown erzielen, arbeiteten sich auch rasch bis vor die Broncos-Endzone, scheiterten aber mit einem weiteren Field-Goal-Versuch, so dass die Broncos mit einer sensationellen 14:10-Führung in die Pause stiegen. Und dies mit der Möglichkeit, die Führung in der zweiten Halbzeit mit dem ersten Ballbesitz auszubauen.

Zwei überragende Quarterbacks

Die Broncos setzten weiterhin auf abwechslungsreiches Lauf- und Passspiel – und kamen in einem vierten Versuch zu einem weiteren Highlight: Erneut zeigte Broncos-Quarterback Manning seine überragenden Pass-Qualitäten und servierte mit einem Wahnsinnszuspiel Lukas Lütscher über 45 Yards zur 21:10-Führung für die Broncos. Die Gäste, immerhin mit dem Ruf als stärkster europäischer Mannschaft an die Ringstrasse gereist, standen nun mit einem Zwei-Touchdown-Rückstand mit dem Rücken zur Wand und mussten alles auspacken, um nochmal heranzukommen: Mit einem haarscharf komplettierten vierten Versuch hielten die Raiders ihre Angriffsserie am Leben und skorten schliesslich durch einen kurzen Lauf ihres US-Quarterbacks Sean Shelton zum 16:21-Anschlusstouchdown. Die Broncos Offense spielte aber weiterhin überragend, nach einem weiteren langen Drive war es Tino Muggwyler, der aus kurzer Distanz zum 28:17 für die Broncos erhöhte.
Die Raiders waren aber noch nicht geschlagen: Vor allem gegen die Kickoff Returns der Innsbrucker fanden die Broncos einfach kein Rezept gegen die Tiroler, die so immer wieder in hervorragende Feldposition kamen. Eine solche nutzten die Raiders zum erneuten Anschluss-Touchdown aus kurzer Distanz, mit der von Sean Shelton erlaufenen Two-Point-Conversion waren die Raiders zu Beginn des Schlussviertels erneut wieder hauchdünn dran (25:28).
Der Druck lag nun wieder auf Seiten der Offense der Bündner, und diesmal zeigte Broncos-Quarterback Manning, dass er auch laufen kann: In einem dritten Versuch holte sich der Amerikaner mit einem langen Lauf über die Mitte das First Down. Und auch sein Landsmann Max Gray zeigte seine Qualitäten, zuerst mit einem spektakulären Laufspielzug, und gleich im nächsten Spielzug mit einem noch spektakuläreren Touchdown-Catch, dem vierten des Abends von Manning, zum 35:25 7:47 Minuten vor Schluss.

Und wieder der Kickoff Return…

Und erneut war es der sofort folgende Kickoff Return, der die Broncos umgehend eiskalt duschte und die Raiders im Spiel hielt. Und so musste erneut die Offense der Bündner die Kohlen aus dem Feuer holen. Und wieder hatten die Broncos allen Mut der Welt: Im ersten Spielzug bediente Manning Lukas Lütscher übers halbe Spielfeld, und doch war es wieder ein dritter Versuch, der für Jubelstürme auf den Zuschauerrängen sorgte: Stark unter Druck warf Manning den Ball so weit er konnte, wieder war es Gray, der unter den Ball lief und für das 42:32 sorgte. Die Broncos Defense hatte nun aber nichts mehr im Tank, nur wenige Spielzüge später verkürzten sie erneut auf 39:42.
Noch waren knapp fünf Minuten zu spielen. Und wieder setzten die Broncos auf die Kombination Manning-Gray, die eine erneute 3rd-Down-Conversion spektakulär schafften. Und erneut war es eine Schiedsrichterentscheidung, die den Raiders den Ball «schenkten»: Nach einem riesigen Catch von Severin Murk entschieden die Schiedsrichter, der Ball sei ausserhalb des Spielfeld gefangen worden, die Raiders kamen 96 Sekunden vor Schluss nochmals in Ballbesitz. Und tatsächlich schafften es die Gäste, mit einem Touchdown-Pass über die Mitte rissen die Raiders die Führung 51 Sekunden vor Spiel-Ende wieder an sich (46:42).
Eine Chance blieb den Broncos noch. Die Offense der Bündner arbeitete sich auch tatsächlich noch bis an die 34-Yard-Linie, zwei Passversuche in die Endzone blieben aber incomplete, die Raiders siegten letztlich knapp mit 46:42. Für die Broncos ein brutales Ende nach einem heroischen Kampf.

Das Spiel in voller Länge